Metacardis 7-Tage-Plan

Ernährungspläne

Keto Makros berechnen: so leitest du Kalorien, Eiweiß und Fett ab

Wie viel Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate brauchst du bei Keto? Dieser Artikel zeigt den üblichen Rechenweg Schritt für Schritt, rechnet ihn an einer erfundenen Beispielperson durch und erklärt, wie du den Rechner auf dieser Seite nutzt. Das Ergebnis ist eine Schätzung.

Redaktion Metacardis · Stand · 4 Min. Lesezeit

Küchenwaage mit Beeren, daneben Avocado, Mandeln und Kerne auf einem Holzbrett

Kurz beantwortet

Üblich ist ein vierstufiger Rechenweg: Energiebedarf mit der Mifflin-St-Jeor-Gleichung schätzen, Kohlenhydrate auf 20 bis 50 g festlegen, Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht wählen und den Rest der Energie mit Fett füllen. Alle Ergebnisse sind Schätzungen, keine Verordnung. Schwangere, Stillende, Menschen mit Diabetesmedikamenten, Essstörungen oder Nierenerkrankung sollten nicht selbst rechnen, sondern mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.

Kohlenhydrate (StatPearls)
20–50 g pro Tag
Eiweiß (DGE)
0,8 g/kg; ab 5 Std. Training/Woche 1,2–2,0 g/kg
Grundumsatz
Mifflin-St Jeor (1990), Schätzung

Makro-Rechner

Schätzt deinen Energiebedarf und verteilt ihn auf Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Deine Angaben bleiben in deinem Browser.

Geschlecht (für die Formel)

Das Wichtigste vorab

Makros sind Rechenwerte, keine Therapie. Der Rechenweg liefert dir eine Ausgangszahl, die du anhand von Hunger, Gewichtsverlauf und Wohlbefinden prüfst. Er ersetzt keine Beratung. Wenn du lieber einen Wochenplan statt Zahlen willst, findest du ihn im 7-Tage-Keto-Plan.

Schritt 1: Energiebedarf schätzen

Für den Grundumsatz nutzt der Rechner häufig die Mifflin-St-Jeor-Gleichung. Sie wurde 1990 in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht und aus Messungen an 498 gesunden Erwachsenen abgeleitet. In der Originalarbeit überschätzte die ältere Harris-Benedict-Gleichung den gemessenen Wert um 5 Prozent. Die Gleichung lautet:

  • Männer: 10 × Gewicht (kg) + 6,25 × Größe (cm) − 5 × Alter (Jahre) + 5
  • Frauen: 10 × Gewicht (kg) + 6,25 × Größe (cm) − 5 × Alter (Jahre) − 161

Das Ergebnis ist der Ruheenergieumsatz in kcal pro Tag. Für den Gesamtbedarf wird er mit einem Faktor für die körperliche Aktivität multipliziert. Dieser Faktor ist eine grobe Näherung, und Rechner wählen ihn unterschiedlich. Der Rechner auf dieser Seite nutzt vier weit verbreitete Stufen von 1,2 (überwiegend sitzend) bis 1,725 (sehr aktiv); auch das ist eine Konvention, kein gemessener Wert. Studien zur Genauigkeit von Gleichungen für den Ruheenergieumsatz zeigen, dass auch bewährte Gleichungen bei einem Teil der Menschen deutlich danebenliegen.

Schritt 2: Kohlenhydrate festlegen

Für die Kohlenhydrate rechnest du nicht, sondern legst einen Wert fest. Das StatPearls-Kapitel zur ketogenen Ernährung nennt für die sehr kohlenhydratarme Variante 20 bis 50 g pro Tag. Viele Rechner nehmen einen Wert in dieser Spanne. Ob dein Wert in Ketose führt, hängt von dir ab; der Artikel zu den Kohlenhydraten bei Keto erklärt die Zusammenhänge, wie du es prüfst, steht bei Ketose messen.

Schritt 3: Eiweiß wählen

Eiweiß rechnet man pro Kilogramm Körpergewicht. Die DGE gibt für gesunde Erwachsene von 19 bis 65 Jahren einen Referenzwert von 0,8 g pro kg und Tag an, bei mehr als fünf Stunden Sport pro Woche empfiehlt sie 1,2 bis 2,0 g pro kg. Ab 65 Jahren nennt sie einen Schätzwert von 1,0 g pro kg. Für Keto gibt es keinen eigenen Referenzwert. Die Spanne der DGE ist ein vernünftiger Rahmen, innerhalb dessen du dein Ziel wählst.

Schritt 4: Fett als Rest

Fett füllt die übrige Energie. Dafür rechnet man mit den gängigen gerundeten Energiewerten: 4 kcal pro Gramm Kohlenhydrate und Eiweiß, 9 kcal pro Gramm Fett.

Fett (g) = (Gesamtenergie − Kohlenhydrate × 4 − Eiweiß × 4) ÷ 9

Das StatPearls-Kapitel beschreibt die ketogene Ernährung mit einem Fettanteil von 60 bis 75 Prozent der Energie. Wenn das Ziel eine niedrigere Gesamtenergie ist, sinkt in dieser Rechnung nur die Fettmenge, denn Kohlenhydrate und Eiweiß sind bereits festgelegt. Wie sich das auf dein Gewicht auswirkt, ist individuell und nicht vorhersagbar.

Rechenbeispiel (erfundene Person)

Beispiel, nicht für dich: Die folgende Person ist erfunden. Alter, Gewicht und alle Annahmen dienen nur dazu, den Rechenweg zu zeigen.

Beispielperson: Frau, 40 Jahre, 168 cm, 70 kg, wenig Bewegung im Alltag, Ziel Gewicht halten.

SchrittRechnungErgebnis
Ruheumsatz10 × 70 + 6,25 × 168 − 5 × 40 − 161rund 1.390 kcal
Gesamtbedarf× 1,4 (Annahme für das Beispiel)rund 1.950 kcal
Kohlenhydratefestgelegt: 30 g × 4 kcal30 g (120 kcal)
Eiweiß1,2 g × 70 kg × 4 kcal84 g (336 kcal)
Fett(1.950 − 120 − 336) ÷ 9rund 165 g

Das ergibt rund 6 Prozent der Energie aus Kohlenhydraten, 17 Prozent aus Eiweiß und 76 Prozent aus Fett. Die Annahmen 30 g Kohlenhydrate, Faktor 1,4 und 1,2 g Eiweiß pro kg hat die Redaktion nur für das Beispiel gewählt. Die 1,2 g pro kg liegen in der DGE-Spanne für Menschen mit viel Training, für Menschen mit wenig Bewegung nennt die DGE 0,8 g pro kg. Eine andere Person mit anderen Werten kommt zu anderen Zahlen.

So nutzt du den Rechner

Der Rechner auf dieser Seite fragt Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht, Aktivität und Ziel ab. Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht gehen in die Mifflin-St-Jeor-Gleichung ein. Die Aktivität verändert den Gesamtbedarf, das Ziel (zum Beispiel Gewicht halten oder abnehmen) bestimmt, ob die Energie angehoben, gehalten oder gesenkt wird. Aus dem Ergebnis leitet der Rechner Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett nach den oben beschriebenen Schritten ab. Alle Ergebnisse sind gerundete Schätzungen, keine exakten Vorgaben. Wähle ehrlich bei der Aktivität, denn eine zu hohe Einstufung treibt den Energiebedarf nach oben. Beobachte nach ein bis zwei Wochen, wie du dich fühlst und wie sich dein Gewicht entwickelt, und passe die Menge an.

Häufige Fehler

Ebenso verbreitet: nur Fett und Kohlenhydrate betrachten und das Eiweiß vergessen. Wer viel trainiert, findet Hinweise im Artikel Keto und Muskelaufbau. Wenn du die Zahlen in Mahlzeiten umsetzen willst, nutze die Keto-Lebensmittelliste und die Ernährungspläne.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Keto-Makros?

Schätze zuerst deinen Energiebedarf, lege dann die Kohlenhydrate auf 20 bis 50 g fest, wähle eine Eiweißmenge pro Kilogramm Körpergewicht und fülle den Rest der Energie mit Fett. Der Rechner auf dieser Seite macht diese Schritte für dich.

Wie genau ist der Rechner?

Er liefert eine Schätzung. Die Mifflin-St-Jeor-Gleichung wurde 1990 aus Messdaten von 498 gesunden Erwachsenen abgeleitet. Studien zeigen bei einem Teil der Menschen deutliche Abweichungen, der Aktivitätsfaktor ist zusätzlich eine grobe Annahme.

Wie viel Eiweiß brauche ich bei Keto?

Die DGE nennt für gesunde Erwachsene 0,8 g pro kg Körpergewicht und Tag, bei mehr als fünf Stunden Training pro Woche 1,2 bis 2,0 g pro kg. Für Keto gibt es keinen eigenen Referenzwert.

Wer sollte Keto-Makros nicht selbst berechnen?

Schwangere und Stillende, Menschen, die Insulin, Sulfonylharnstoffe oder SGLT2-Hemmer nehmen, Menschen mit Essstörungen in der Vorgeschichte und Menschen mit Nierenerkrankung sollten vorher ärztlichen Rat einholen.

Quellen

  1. A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals The American Journal of Clinical Nutrition (Mifflin et al., 1990) · abgerufen am 29. Oktober 2026
  2. The Ketogenic Diet: Clinical Applications, Evidence-based Indications, and Implementation StatPearls / NCBI Bookshelf · abgerufen am 29. Oktober 2026
  3. Leitlinie Protein Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) · abgerufen am 29. Oktober 2026

So ist dieser Beitrag entstanden

Die Gleichung stammt aus der Originalarbeit von Mifflin und Kollegen (1990), die Konstanten für Frauen und Männer aus einer neueren Übersicht, die Kohlenhydratspanne aus dem StatPearls-Kapitel zur ketogenen Ernährung und die Eiweißwerte von der DGE; abgerufen am 29. Oktober 2026. Die Liste der Personengruppen, die nicht selbst rechnen sollten, folgt der Vorsichtsliste der Redaktion und nicht einer einzelnen Leitlinie. Das Rechenbeispiel ist erfunden. Aktivitätsfaktoren und Energieumrechnung sind übliche Näherungen. Die Seite wurde redaktionell recherchiert und nicht medizinisch geprüft.

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